Lebensmittelüberwachung: Gentechnische Verunreinigungen gehen zurück

Die gentechnischen Verunreinigungen in sojahaltigen Lebensmitteln gehen weiter zurück. Das zeigen die ersten, von einzelnen Bundesländern veröffentlichten Berichte für 2016.

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg hatte 2016 insgesamt 520 Lebensmittelproben auf Bestandteile aus gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen untersucht, davon waren 28 positiv. Gegenüber 2015 hat sich damit der Anteil positiver Proben von 12 auf 5,4 Prozent mehr als halbiert. Alle 28 Funde waren Spuren zugelassener gv-Soja, zumeist weniger als 0,1 Prozent. 22 Spuren fanden sich in den 159 beprobten sojahaltigen Lebensmitteln. Auch in vier von 39 Honigproben sowie in zwei Fälle in Weizen fand das Amt gv-Soja. Das CVUA wertet für das baden-württembergische Ökomonitoring Bio-Proben extra aus und fand auch in diesem Jahr weniger Verunreinigungen als in konventionellen Erzeugnissen. „Der Anteil positiver Proben bleibt damit bei Bio-Sojaprodukten weiterhin niedriger als bei konventioneller Ware“, heißt es im Bericht. Die 83 beprobten Maiserzeugnisse waren erstmals seit 20 Jahren komplett ohne Befund. Untersucht hatte das CVUA auch Raps, Reis, Papaya, Leinsaat, Zuckerrüben, Tomaten und Kartoffeln. Sie waren ebenfalls frei von jeder gv-Spur.

Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte 2016 rund 300 sojahaltige Lebensmittel untersucht und in jeder zehnten Probe Spuren von gv-Soja gefunden. Im Jahr 2010 war noch gut jede dritte Probe belastet gewesen. Die Bayern hatten auch 100 Papayas, 200 Reissäckchen und 50 Päckchen Leinsamen untersucht, alle waren sauber. Fündig hingegen wurden das LGL in Asialäden, die im Rahmen eines Sonderprogramms untersucht wurden. „Acht von zehn Proben Maismehl enthielten gleichzeitig bis zu sieben verschiedene in Europa zugelassene gv-Maislinien in Spuren“, schrieb das LGL und fügte hinzu, dass die Produkte korrekt deklariert waren: „Die Maismehle waren als „genetisch verändert“ gekennzeichnet.“ Die Kunden hatte das offensichtlich nicht vom Kauf abgehalten.