Neue Gentech-Kartoffel in Kanada zugelassen

Die kanadische Lebensmittelbehörde CFIA hat drei Sorten gentechnisch manipulierte Kartoffeln für den Anbau und den Verzehr freigegeben. Die von der US-amerikanischen Firma Simplot Plant Science unter der Marke „Innate“ angebotenen Knollen sind resistent gegen die Kraut- und Knollenfäule, weisen weniger schwarze Flecken auf und bleiben nach dem Anschneiden länger frisch. Zudem enthalten sie weniger Asparagin, so dass beim Fritieren weniger Acrylamid entsteht. Erzielt wurden diese Veränderungen durch den Einbau von Genen aus Wildkartoffeln und anderen Kartoffelsorten, aber auch durch das gezielte Abschalten von Genen.

Eine erste Generation der Innate-Kartoffeln war bereits Ende 2014 in den USA zugelassen worden. 2015 seien sie auf zunächst 160 Hektar kommerziell angebaut worden, 2017 waren es 2500 Hektar, meldete das Gentechnikportal Transgen. Es schreibt auch, dass die eigentliche Zielgruppe von Simplot, die großen Frittenbrater wie McDonalds, sich der Gentech-Kartoffel bisher verweigern. Verbraucher- und Umweltorganisationen hatten bereits 2013, als die erste Zulassung diskutiert wurde, erfolgreich die öffentliche Meinung mobilisiert. Auch Monsanto war Anfang des Jahrtausends damit gescheitert, eine Gentech-Knolle auf den US-Markt zu bringen.

Neu bei der jetzt in Kanda (und 2016 in den USA) zugelassenen zweiten Generation der Innate Kartoffeln ist die Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule. Eine solche Resistenz weisen auch Gentech-Kartoffeln auf, die derzeit in der Schweiz im Freilandversuch angebaut werden. Dabei gibt es für Bio-Bauern bereits Kartoffeln, die widerstandsfähig gegen die Krautfäule sind. Das niederländische Louis Bolk Institut hatte 2015 auf der BioFach sechs Sorten vorgestellt.