Zunehmend schlechte Aussichten für indische Baumwoll-Bauern

Auch in diesem Jahr werden die indischen Bauern wieder Teile ihre Baumwollernte an Schädlinge verlieren. In den Medien häufen sich die Berichte, dass sich der Baumwollkapselbohrer in immer mehr Regionen über die Felder hermacht.

Eigentlich dürfte dieses Insekt die Baumwollpflanzen gar nicht schädigen. Denn die meisten von ihnen sind gentechnisch manipuliert und produzieren ein Gift, das den Schädling abtöten soll. Doch der ist inzwischen vielfach resistent geworden. Den Bauern bleibt nichts anderes übrig, als zusätzlich Insektizide zu spritzen, um die Ernte zu retten. Oft müssen sie sich dafür verschulden, wie das Portal The Hans of India schreibt. Denn je Hektar kosten die Spritzmittel 12.500 bis 25.000 Rupien, das sind 160 bis 320 Euro.

Teuer bezahlt hatten sie bereits zuvor für das genmanipulierte Saatgut, das sie vor dem Kapselbohrer bewahren sollte. Die so genannten Bollgard II-Pflanzen von Monsanto produzieren die Bt-Proteine Cry1Ac und Cry2Ab, die giftig für den Kapselbohrer und andere Insekten sind. Entwickelt hatte der Konzern die Pflanzen, nachdem die ersten Insekten gegen Bollgard I mit nur einem Bt-Protein resistent geworden waren. Doch nach nur wenigen Jahren machen die Schädlingen nun auch vor Bollgard II nicht mehr Halt. Die Antwort von Monsanto darauf ist Bollgard III, das ein weiteres Gift produziert und demnächst auf den Markt kommen soll.

Derweil zieht der indische Baumwoll-Experte K.R. Kranthi ein düsteres Fazit. Seit 2006,  als die indischen Kleinbauern begannen, auf Bollgard II – Pflanzen zu setzen, habe sich der Einsatz an Insektiziden und Dünger verdoppelt, schreibt er im Rundbrief des indischen Baumwollverbandes. Trotzdem seien die Erträge nicht gestiegen – wie von Monsanto versprochen. Sie stagnieren seit Jahren und liegen mit 500 Kilogramm je Hektar weit niedriger als in den anderen Ländern. Obwohl die meisten dieser Ländern – anders als Indien – keinen Zugang zu Hybridsaatgut und genmanipulierten Sorten hätten. Es brauche andere alternative Anbausysteme, schließt der Experte daraus.

 

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