Verbraucher fordern bei Genome Editing Kennzeichnung und strikte Regulierung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer Studie herausgefunden, was Verbraucher von den als Genome Editing bezeichneten neuen gentechnischen Verfahren halten. Zwar sind die Erkenntnisse aus ausführlichen Gruppendiskussionen mit insgesamt 39 Teilnehmern nicht repräsentativ. Doch sie ermöglichen „einen Einblick in konkrete Sichtweisen, Einstellungen und gegebenenfalls Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern“, schreibt das BfR.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:
Für die Teilnehmer sind Verfahren des Genome Editing eindeutig eine Form der herkömmlichen Gentechnik und werden wie diese im Bereich der Lebensmittel abgelehnt. „Die Ablehnung konstituiert sich primär aus der Wahrnehmung möglicher gesundheitlicher Risiken in Verbindung mit einem fehlenden individuellen Nutzen“, heißt es in der Studie. Und weiter: „Eindeutig fordern die Teilnehmenden eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die mithilfe des Genome Editings produziert wurden. Außerdem erwarten sie eine strenge Regulation von Genome Editing durch die zuständigen Behörden.“ Diese Behörden sollen nach Ansicht der Teilnehmer unabhängig von der Industrie sein sowie von anderen finanziellen sowie politischen Interessen.

Im medizinischen Bereich ergaben die Gruppendiskussionen, dass der Einsatz von Genome Editing für die Mehrheit der Befragten akzeptabel ist – insbesondere dann, wenn sie selbst von einer Krankheit betroffen sind. „Wenn die Weitergabe von Erbkrankheiten verhindert oder eine sonst tödliche Erkrankung aufgehalten werden kann, würden viele Genome Editing gutheißen“, steht als Fazit in der Studie.

Vor Beginn der Diskussion wussten nur fünf Prozent der Teilnehmer mit dem Begriff Genome Editing etwas anzufangen. „Obwohl die Befragten Genome Editing kaum kannten und sie wenig über diese Techniken wussten, wird der Einsatz dieser Verfahren im Lebensmittelbereich mehrheitlich abgelehnt“, wunderte sich BfR-Präsident Andreas Hensel. „Das zeigt, wie wichtig die Information der Öffentlichkeit über aktuelle Erkenntnisse in der Risikobewertung ist.“

Für diese Information empfiehlt die Studie eine große Aufklärungskampagne mit eigener Themenwebseite. „Es besteht die Chance, über eine massenmediale Informationskampagne das Thema erstmalig zu positionieren“, schreibt das BfR. Fokussieren sollte sich die Kommunikation „auf den möglichen individuellen Nutzen als auch auf mögliche Risiken die mit dem Einsatz des Genome Editings verbunden sind.“ Allerdings zeigen sowohl die Mitteilung des BfR als auch die in der Studie verwendeten Leitfäden, dass diese Risiken aus Sicht des Instituts anscheinend gering sind und der Nutzen deutlich überwiegt.