Überwachung: Saatgut ist noch gentechnikfrei

Die für die Saatgutüberwachung zuständigen Behörden der Bundesländer haben im auch im Herbst 2017 wieder mehrere hundert Proben von Mais und Rapssaatgut auf gentechnisch veränderte Organismen untersucht – und keine gefunden. Lediglich in einer Probe Sojabohnen fand die sächsische Behörde GVO-Spuren. Das Saatgut wurde einkassiert und kam nicht auf den Markt.

Greenpeace, Bioland und die IG Saatgut hoben in ihrer Auswertung der Probenergebnisse hervor, dass erstmals bei Mais keine GVO-Spuren mehr gefunden wurden. Im letzten Jahr waren es noch drei und 2015 sogar sechs Befunde gewesen. „Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist möglich und muss auch künftig bestehen bleiben“, folgert Stefanie Hundsdorfer von der IG Saatgut aus den Ergebnissen. Sie sieht „Nachbesserungsbedarf bei der Dichte der Saatgutkontrollen“. So sind angesichts des zunehmenden Anbaus von Soja in Deutschland 39 Proben, die vor allem aus zwei Bundesländern stammen, nicht gerade viel.

„Der Erfolg der Saatgut-Kontrollen steht allerdings auf dem Spiel, sollten neue gentechnische Verfahren nicht als das eingestuft und reguliert werden, was sie zweifellos sind: Gentechnik“, warnt Dirk Zimmermann von Greenpeace. Nur wenn die die neuen Verfahren auf europäischer Ebene als Gentechnik eingestuft werden, müssten sie eine umfassende Risikobewertung durchlaufen und unterlägen einer gesetzlichen Nachweis-, Rückverfolgbarkeits- und Kennzeichnungspflicht.