Bundesamt für Naturschutz: Biologische Vielfalt retten – Glyphosateinsatz beenden

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat empfohlen, die Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel in Deutschland so schnell wie möglich zu beenden. Die Behörde begründete dies mit den „gravierenden Risiken“ für die biologische Vielfalt“.

In einem Positionspapier listet das BfN die einschlägigen Studien auf, die diese Risiken belegen. Als Konsequenz daraus fordert das Bundesamt, dass bei der anstehenden erneuten Mittelzulassung glyphosathaltiger Pestizide durch die deutschen Behörden die „indirekten Wirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme der Agrarlandschaft“ in die Entscheidung einbezogen werden müssten. Der Einsatz dieser Mittel in Schutzgebieten sollte verboten werden. Außerhalb von Schutzgebieten sollten Landwirte die Mittel nur anwenden dürfen, wenn sie „zugleich auch einen Mindestanteil an Fläche mit ökologischer Ausgleichsfunktion ohne entsprechenden Herbizideinsatz aufweisen“. Auch seien ökonomische Steuerungsinstrumente wie eine Pflanzenschutzmittelabgabe oder eine Anpassung einschlägiger Förderprogramme zu prüfen. Vor allem aber müssten alle rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft und gegebenenfalls neue geschaffen werden, um den Einsatz glyphosathaltiger Pestizide schnell zu beenden und bis dahin maximal einzuschränken. Dabei sollten andere Pestizide „mit vergleichbarer Wirkung auf die biologische Vielfalt“ eingeschlossen werden.

In seinem Papier nennt das BfN auch die Bereiche, in denen bundesweit jährlich rund 5.000 Tonnen Glyphosat (in 105 zugelassenen Mitteln) in der Landwirtschaft eingesetzt werden: 60 Prozent davon werden nach der Ernte zur Stoppelbehandlung von Ackerflächen gespritzt, gefolgt von Vorsaatbehandlungen mit 34 Prozent. Die Anwendung im Getreide kurz vor der Ernte (Sikkation) spielt mit sechs Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Ebenfalls zu vernachlässigen ist der Einsatz von Glyphosat in Gärten und Grünanlagen. Er liegt laut BfN bei unter 100 Tonnen pro Jahr, also bei knapp zwei Prozent der Gesamtmenge. Anders gesagt: Ein Verbot der Anwendung von Glyphosat in kommunalen Anlagen und zur Sikkation ist zwar wichtig, reicht aber nicht aus, um die Mengen wirkungsvoll zu verringern.

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