Jetzt ist es amtlich: Syngenta zahlt 1,23 Milliarden Euro an US-Landwirte

Der Schweizer Konzern Syngenta zahlt in den USA 1,51 Milliarden US-Dollar, das sind 1,23 Milliarden Euro in einen Fond. Das Geld soll an US-Landwirte und Getreidehändler fließen, die durch die verfrühte Markteinführung der gentechnisch veränderten Maissorte Viptera geschädigt wurden.

Syngenta hatte die Sorte 2011 auf den Markt gebracht und damals angekündigt, eine Importgenehmigung durch China stehe unmittelbar bevor. Erlaubt hatte China den Import allerdings erst Ende 2014. US-Landwirte, die Viptera anbauten, sahen sich dadurch um den Wachstumsmarkt China gebracht und klagten den Schaden ein. Betroffen waren auch Mais-Bauern, die andere Sorten anbauten. Denn China wies 2013 insgesamt 1,45 Millionen Tonnen US-Mais zurück, weil er mit Viptera verunreinigt war. Für den darauf hin folgenden Preiseinbruch machten die US-Landwirte ebenfalls Syngenta verantwortlich.

Der jetzt offiziell von den Rechtsanwälten der klagenden Landwirte veröffentlichte Vergleich war bereits im Herbst 2017 bekannt geworden. Syngenta will damit sämtliche Ansprüche US-amerikanischer Landwirte befriedigen, die sich ursprünglich auf über vier Milliarden Euro summiert haben sollen. Auch mit dem Agrarhändler ADM hat sich Syngenta Medienberichten zufolge inzwischen auf einen Vergleich verständigt. Eine Summe wurde nicht genannt.Offen ist noch eine Klage des Agrarhändlers Cargill, die im kommenden September verhandelt werden soll.

Der Viptera-Vergleich hat dazu geführt, dass Syngenta im Jahr 2017 kaum etwas verdient hat. Der Jahresabschluss weist einen Gewinn von gerade einmal 54 Millionen US-Dollar aus, weil der Konzern 1,55 Milliarden Dollar für den Vergleich zurücklegen musste.