Monsanto muss für Krebs zahlen – Bayer-Aktie fällt

Eine Geschworenen-Jury in San Francisco hat den von Bayer übernommenen Konzern Monsanto dazu verurteilt, 250 Millionen Euro an eine krebskranken Platzwart zu zahlen. Zwar will Monsanto in Berufung gehen, doch der Kurs der Bayer-Aktie fiel deutlich. Schließlich ist das nicht der einzige Prozess, den sich das Unternehmen mit der Mosanto-Übernahme eingekauft hat.

Einstimmig hatten die Geschworenen Monsanto für schuldig befunden. Sie sprachen dem 46-jährigen Dewayne Johnson, der seine Krebserkrankung auf die Arbeit mit glyphosathaltigen Spritzmitteln zurückführt, 34 Millionen Euro Schmerzensgeld zu sowie einen Strafzuschlag von 216 Millionen Euro. Dieser wurde fällig, weil die Jury davon ausging, dass Monsanto vorsätzlich gehandelt und die Risiken seines Herbizids verschwiegen habe. Zwar handelt es sich um die Entscheidung in einem Einzelfall und vermutlich wird die Berufungsinstanz die Schadensersatzsumme reduzieren. Dennoch hat das Urteil Signalwirkung für die 5.000 weiteren Klagen, in denen Krebspatienten oder ihre Angehörigen Monsanto und dessen glyphosathaltigen Herbizide für die Erkrankung verantwortlich machen. Ebenfalls in San Francisco hatte ein Richter im Juli den Weg für eine Verhandlung von 450 Sammelklagen freigemacht.

Der Kurs der Bayer-Aktie fiel binnen weniger Tage von 95 auf 75 Euro und hat sich inzwischen bei 82 Euro gefangen. Eine Rolle bei diesem beispiellosen Absturz dürften auch die anderen Prozessrisiken spielen, die Bayer sich mit Monsanto eingekauft hat. So haben Farmer aus acht US-Bundesstaaten Sammelklagen wegen Ernteschäden durch den Unkrautvernichter Dicamba eingereicht. Die Klagen richten sich sowohl gegen Bayer-Monsanto wie gegen BASF, die beide das Herbizid vertreiben, berichtet der Informationsdienst Gentechnik. In Frankreich haben Imker Bayer wegen Glyphosatrückständen in ihrem Honig verklagt, in Brasilien streitet sich der Konzern um Patentzahlungen. „Klagewellen und Imageschaden – Monsanto ist für Bayer ein Milliardenrisiko“, folgerte daraus das Handelsblatt.