Gegen den Heerwurm hilft keine Gentechnik

Die Befürworter der Agro-Gentechnik haben einen neuen Lieblingsschädling, den Herbst-Heerwurm. Dieser Schmetterling mit seinen gefräßigen Raupen stammt aus den USA und hat binnen weniger Jahre die halbe Welt erobert: Zuerst Südamerika, seit 2016 Afrika und inzwischen sind erste Exemplare in Indien gesichtet worden. Die Raupen stürzen sich auf jungen Mais und 80 andere Pflanzenarten und fressen die Felder kahl.

Gegen den Siegeszug des Schädlings durch das von Hunger geplagte Afrika propagieren manche Wissenschaftler und Hersteller gentechnisch veränderten Bt-Mais als Lösung. In Uganda und Mozambik fanden Feldversuche mit einer Variante des Gentech-Maises MON810 statt. Doch schon jetzt ist klar, dass gegen den anpassungsfähigen Schmetterling Gentechnik nicht auf Dauer hilft. Denn in den USA und später in Brasilien entwickelte der Schädling relativ bald Resistenzen gegen Bt-Toxine. Und auch gegen chemische Spritzgifte wird er schnell widerstandsfähig. Das African Centre for Biodiversity (ACB) kam in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Gentech-Mais keine Lösung im Kampf gegen den Heerwurm sei. Statt dessen bräuchte es ganzheitliche Strategien.

Dazu zählt das Push&Pull-System, bei dem innerhalb eines Maisfeldes Pflanzen angebaut werden, die den Heerwurm abschrecken, während um das Feld herum Pflanzen wachsen, die ihn anziehen. Damit habe sich der Befall um 80 Prozent verringern lassen, heißt es in einer Studie des International Centre of Insect Physiology and Ecology, über die GMWatch berichtete. Die gentechnikkritische Organisation verweist auch auf Studien und Medienberichte, wonach bestimmte Ameisen die Eier des Schmetterlings fressen und die Blätter des Neembaumes eine abwehrende Wirkung zeigen. Die Welternährungsorganisation FAO hält den Einsatz von Gentech-Mais ebenfalls für wenig hilfreich. Sie setzt auf Frühwarnsysteme mit Pheromonfallen und eine angepasste Bekämpfung, zu der als letztes Mittel auch Insektizide zählten, wie die Frankfurter Rundschau berichtete. In dem Artikel werden auch die Forschungen des Internationalen Instituts für Tropische Landwirtschaft (IITA) im westafrikanischen Benin. Dessen Wissenschaftler entwickeln ein Bio-Pestizid auf der Basis von Viren, die nur die Heerwurm-Raupen befallen. Sie experimentieren auch mit Schlupfwespen als natülichen Feinden.