Ohne Gentechnik – Siegel weiter auf Erfolgskurs

Vor zehn Jahren verabschiedete der Bundestag die gesetzliche Grundlage für eine freiwillige Ohne-Gentechnik – Kennzeichnung von Lebensmitteln. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat die darauf folgende Entwicklung zusammengestellt.

Demnach erwartet Lebensmittelwirtschaft für 2018 einen Umsatz mit Ohne Gentechnik – Lebensmitteln in Höhe von 6,9 Milliarden Euro. Davon entfallen über die Hälfte auf Milch- und Milchprodukte, gefolgt von Geflügelfleisch und Eiern. Insgesamt werden in Deutschland etwa 50 Prozent der Milch, 60 Prozent des Geflügelfleisches und 70 Prozent der Eier nach den Kriterien des Ohne Gentechnik-Siegel erzeugt. Noch sehr gering sind die Marktanteile dagegen bei Rind- und Schweinefleisch.

Die Ausarbeitung listet auch mehrere Befragungen auf, in denen Verbraucher deutlich machten, dass sie gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen und wie wichtig ihnen eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln ohne Gentechnik ist.

Möglich wurde diese Entwicklung, weil vor zehn Jahren die damalige schwarz-rote Bundesregierung das EG-Gentechnik Durchführungsgesetz (EGGenTDurchfG) um eine wichtige Passage ergänzte. Sie regelte, dass Lebensmittel, die ohne Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellt wurden, nur mit der freiwilligen Angabe „ohne Gentechnik“ ausgelobt werden dürfen. Gleichzeitig legte das Gesetz fest, welche Bedingungen ein Lebensmittel einhalten muss, damit es als ‚Ohne Genetchnik“ bezeichnet werden darf. Und es ermächtigte das Bundeslandwirtschaftsministerium, weitere Details zu regeln. Auf der Basis dieses Gesetzes führte die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Jahr 2009 das bekannte einheitliche ‚Ohne-GenTechnik-Siegel’ ein und betraute schließlich den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) mit der Vergabe des Siegels.

„Die Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung war eines der wichtigen Vorhaben in meiner Zeit als Bundeslandwirtschaftsministerin“, sagte Ilse Aigner, heute Präsidentin des Bayerischen Landtags, in einer Mitteilung des VLOG. Deshalb freue sie sich über diese Erfolgsgeschichte, von der so viele Landwirte und Verarbeiter profitierten. Als besonders wichtigen Aspekt der Kennzeichnung hob Aigner die Wahlfreiheit der Verbraucher hervor. „Wer bewusst einkaufen will, braucht verlässliche Informationen. Das gilt auch angesichts neuer gentechnischer Verfahren und der damit hergestellten Produkte.“