Nigeria lässt den Anbau von Gentech-Bohnen zu

Nigerianische Bauern dürfen ab sofort gentechnisch veränderter (gv) Augenbohnen anbauen. Die Pflanze produziert ein Bt-Toxin zur Abwehr des Bohnen-Zünslers. Das manipulierte Erbgut dafür stammt vom Gentechnik-Konzern Monsanto.

Augenbohnen zählen zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Westafrika. Seit neun Jahren arbeitet das nigerianische Institute for Agricultural Research (IAR) mit internationaler Unterstützung an den gv-Bohnen. Im Dezember 2018 beantragte das IAR die Zulassung für den Anbau. Nur ein Monat später gab die nigerianische Gentechnik-Behörde NBMA dem Antrag statt.

Die schnelle Genehmigung war absehbar. Schon im April 2018 hatte die Regierung einen Zeitplan für die Zulassung von gv-Baumwolle und gv-Bohnen vorgelegt. Die gv-Baumwolle darf bereits seit Herbst 2018 angebaut werden. Es sei beschämend, wie der Wissenschaftsminister die Behauptungen der Gentechnik-Industrie wiederkäue, die längst widerlegt seien, kommentierte eine Allianz aus 35 gentechnikkritischen Organisationen den Kurs der Regierung. Die NBMA sei mehr an Gebühreneinnahmen als am Schutz von Gesundheit und Landwirtschaft interessiert, warf Nnimmo Bassey der Zulassungsbehörde vor. Er ist Geschäftsführer der Health of Mother Earth Foundation (HOMEF), die den Widerstand gegen Agro-Gentechnik in Nigeria anführt. Die NBMA gebe nahezu jedem Antrag statt ohne ordentliche Sicherheitsprüfung und ohne eingebrachte Bedenken zu berücksichtigen, sagte Bassey der Zeitung This Day. HOMEF protestierte auch gegen die teils zugelassene, teils illegale Einfuhr von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten nach Nigeria.

Gegenüber der gentechnikfreundlichen Cornell Alliance for Science begründete IAR-Geschäftsführer Ibrahim Abubakar die Entwicklung der Bohne mit den starken Schäden, die der Bohnen-Zünsler verursache. Er versprach den Bauern, dass sich der Bedarf an Pestiziden deutlich verringern und die Ernte um 20 Prozent zunehmen werde. Die Alliance zitierte auch Daniel Okafor, den Vize-Präsident des Bauernverbandes AFAN: Die Mitglieder seines Verbandes freuten sich über die Zulassung und seien bereit, das neu entwickelte Saatgut einzusetzen.