Gentech-Raps: Bauern müssen Felder umpflügen

Deutsche Landwirte müssen 2.500 bis 3.000 Hektar Felder umpflügen, auf denen sie im letzten Herbst Winterraps ausgesät hatten. Das verwendete Saatgut der Monsanto-Marke Dekalb war mit gentechnischem Raps der Linie GT73 verunreinigt. In Frankreich sind rund 700 Landwirte und 8.000 Hektar betroffen, wie das französische Portal InfOGM meldete.

In Deutschland hatten das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und betroffene Bundesländer kurz vor Weihnachten über die Verunreinigung informiert. Über den Umfang der betroffenen Flächen gab es seither keine offiziellen Mitteilungen. Bayer France hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters den betroffenen Landwirten eine Entschädigung von 2.000 Euro je Hektar angeboten. Die Raps-Saatgutproduktion in Argentinien (von dort stammte das verunreinigte Saatgut) werde man einstellen, teilte der Konzern mit. Der französische TV-Sender LCI berichtete, dass laut Bayer die Landwirte auf den betroffenene Parzellen zwei Jahre lang keinen Raps anbauen dürften. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warnte, dass Rapssaatgut 20 Jahre lang keimfähig im Boden überdauern könne. Solange bestünde auch ein Risiko, dass vereinzelt gentechnisch veränderter Raps keimen könne.

Solche Unterpflüg-Aktionen hat es in Deutschland seit Jahren nicht mehr gegeben. Aus früheren Vorkommnissen hatten die Behörden dazugelernt und führen ihre Tests inzwischen durch, bevor das Saatgut in den Verkauf kommt. Das vermeide viel Ärger und Kosten für alle Beteiligten, sagte Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik: „Messungen im September wie in Frankreich sind zu spät für Saatgut, das bereits im August in die Erde soll.“ Der anschließende Ablauf werfe die Frage auf, wie schnell und effektiv die europäische Alarmkette in solchen Fällen funktioniere..