Ohne Gentechnik-Siegel schreibt Erfolgsgeschichte

Die Verbraucher haben 2018 fast zehn Milliarden Euro für Lebensmittel aus, die das Ohne Gentechnik-Siegel tragen. Das teilte der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) mit, der dieses Siegel im staatlichen Auftrag seit zehn Jahren vergibt. „Der Markt für Lebensmittel ohne Gentechnik wächst seit Jahren und ist inzwischen fast so groß wie der Markt für Bio-Lebensmittel“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Zahlen. Insgesamt tragen mehr als 14.000 Lebensmittel in Deutschland das Ohne Gentechnik-Siegel. Darunter rund 5.400 Milchprodukte, 4.100 Geflügelfleischwaren und fast 2.200 Eiererzeugnisse. Da für Bio-Lebenmittel gentechnische Zutaten sowieso verboten sind, nutzen zumeist konventionelle Hersteller das Siegel, um sich von Mitbewerbern abzuheben.

Zum Zehnjährigen hatte der VLOG die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) eingeladen, die das Siegel auf den Weg gebracht hatte. „Mit der ‚Ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung haben wir 2009 eine große Informationslücke für die Verbraucher geschlossen“, sagte Aigner. „Mir ist es immer um Transparenz für den Verbraucher gegangen, damit dieser selbst entscheiden kann.“ Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die frühere Ministerin die Wahlfreiheit der Verbraucher hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass diese auch für Produkte gelten müsse, die mit neuen gentechnischen Verfahren hergestellt seien. Damit kritisierte Aigner indirekt die jetzige Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die sich laut VLOG für eine Änderung des EU-Gentechnikrechts stark mache, um Produkte der sogenannten Neuen Gentechnik nicht unter Gentechnikrecht fallen zu lassen. „Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner darf sich nicht länger vor den Karren der Gentechnik-Lobbyisten spannen lassen! Sie muss die Verbraucher ernst nehmen, die jeden Tag mit glasklaren Kaufentscheidungen ihren Wunsch nach Gentechnikfreiheit zum Ausdruck bringen“, sagte VLOG-Vorstand Christoph Zimmer.

Im Auftrag des Verbandes hatte das Meinungsforschungsunternehmen Civey 2.500 Personen befragt. 82 Prozent wünschten sich Transparenz bei Lebensmitteln, wenn Milch, Eier und Fleisch mit gentechnisch veränderten Pflanzen im Tierfutter hergestellt wurden. 71 Prozent bewerteten den Einsatz von Gentech-Pflanzen zur Fütterung von Tieren als negativ. 69 Prozent der Befragten erklärten, sie würden beim Einkauf Lebensmittel mit einer „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung bevorzugen.