Gentechnik weltweit: Die Anbaufläche wächst nur langsam

191,7 Millionen Hektar betrug 2018 weltweit die Anbaufläche für gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen. Gerade einmal ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahlen stammen von der Organisation ISAAA, die von den Gentechnik-Konzernen finanziert wird.

Die ISAAA-Zahlen zeigen, dass die Anbaufläche für gv-Pflanzen kaum noch wächst und sich weiterhin auf wenige Pflanzen und Länder beschränkt: 99 Prozent der Anbaufläche entfallen auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps. Doch auch hier gibt es noch gentechnikfreie Alternativen. Bezogen auf die von der Welternährungsorganisation FAO veröffentlichten weltweiten Anbauflächen betrage der Gentech-Anteil bei Soja 78 Prozent, bei Baumwolle 76 Prozent, bei Mais 30 und bei Raps 29 Prozent, schreibt die ISAAA.

Insgesamt bauten 2018 Landwirte in 26 Staaten weltweit gv-Pflanzen an, doch neun von zehn gv-Pflanzen wuchsen in nur fünf Ländern: USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien. Ihnen folgen mit Abstand Paraguay, China, Pakistan und Südafrika. Unter den unbedeutenderen Anbauländern finden sich auch die EU-Staaten Spanien und Portugal, in denen der Gentech-Mais MON 810 kultiviert wird. Die ISAAA führt auch Bangla Desh auf, wo auf 575 Hektar gv-Auberginen angebaut wurden. Ebenfalls zu den 26 Staaten zählen das afrikanische Swasiland, wo 2018 auf 250 Hektar Gentech-Baumwolle wuchs sowie Indonesien, wo versuchsweise gv-Zuckerrohr angebaut wurde.

Verglichen mit 2016 zeigt sich, dass in mehreren Staaten wie Australien, Pakistan und den Philippinen die Anbauflächen leicht zurückgingen. In den USA wurde 2018 deutlich weniger Gentech-Mais angebaut als zwei Jahre zuvor, während Soja und Baumwolle zulegten. Deutlich gewachsen ist die Anbaufläche für gv-Soja in den letzten beiden Jahren in Brasilien, wo seit Monaten Wälder im Amazonasgebiet brennen – um Platz für neue Sojafelder zu schaffen.