Monitoring 2019: Kaum Gentech-Spuren im Saatgut

Auch in diesem Jahr ist das konventionelle Saatgut fast komplett frei von gentechnischen Verunreinigungen. Die Bundesländer hatten in den vergangenen Monaten 785 Saatgutproben untersucht. Lediglich in drei Maisproben und einer Probe Winterraps fanden sich Spuren von gentechnisch verändertem Erbgut. Die betroffenen Partien wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor sie auf den Markt kamen.

„Im europaweiten Vergleich nehmen die Bundesländer bei der Umsetzung der Nulltoleranz eine Vorreiterrolle ein“, lobte Stefanie Hundsdorfer von der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit. Sie sollten sich deshalb auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass die europarechtlich verankerte Nulltoleranz nicht durch die Einführung von Verschmutzungsgrenzwerten, wie sie die Saatgutindustrie fordert, aufgeweicht werde.

Eine konsequente Umsetzung der Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut sei existenziell für die Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft“, sagte Jan Plagge, Präsident von Bioland „Wir begrüßen daher, dass die Bundesländer Kontrollen durchführen und nachweislich verunreinigte Partien aus dem Verkehr ziehen.“ Allerdings seien Kulturarten wie Raps oder Mais einem so hohen Verunreinigungsrisiko ausgesetzt, dass die derzeitige stichprobenartige Untersuchung eines Teils der Partien nicht mehr genüge. „Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten, ist es bei diesen Risikokulturen leider notwendig geworden, alle Saatgutpartien zu überprüfen“, sagte Plagge und forderte die Bundesländer auf, ihr Monitoring zu verstärken.

Erst im vergangenen Jahr war verunreinigtes Rapssaatgut von Bayer via Frankreich auch nach Deutschland gelangt und hier ausgesät worden.

Dirk Zimmermann von Greenpeace wies darauf hin, dass nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs auch bei der neuen Gentechnik die Nulltoleranz für nicht zugelassene Organismen im Saatgut gelte. „Die Bundesländer müssen das Urteil nun endlich umsetzen. Sie müssen dafür sorgen, dass Nachweisverfahren für neue Gentechnikanwendungen entwickelt werden, und die Einfuhr von neuen gentechnisch veränderten Organismen im Rahmen von Kontrollen unterbinden“, sagte Zimmermann.