Zucht-Lachse gibt es fast nur mit Gentechnik

Bei Lachs und Gentechnik denken viele Verbraucher an „Frankenfish“, den gentechnisch veränderten AquAdvantage-Lachs der Firma Aquabounty. Er wurde so manipuliert, dass er doppelt so schnell wächst wie ein natürlicher Lachs. Verkauft wird dieses Lachsfleisch bisher nur in Kanada und ab 2020 auch in den USA – voraussichtlich mit Kennzeichnung. In der EU hat Aquabounty nicht einmal eine Zulassung für den Gentech-Lachs beantragt. Doch gentechnikfrei sind Lachse in der EU deshalb noch lange nicht.

Denn ein Zuchtlachs ernährt sich nur zu einem kleinen Teil von Fischmehl und –öl. Rund 70 Prozent des Lachsfutters sind – auch aus Kostengründen – pflanzlich, ein Großteil davon entfällt auf Soja. Um ein Kilo Lachs zu produzieren, werden etwa 500 Gramm Sojabohnen benötigt. Auch für die meisten anderen gezüchteten Raubfische gilt, dass ihre Futterrationen überwiegend pflanzlich sind und Soja enthalten.

Bisher waren nur Fische aus Bio-Zucht garantiert gentechnikfrei, da in ihrem Bio-Futter gentechnisch veränderte Zutaten durch die EU-Öko-Verordnung verboten sind. Seit dieser Woche gibt es nun den ersten konventionellen Zuchtlachs mit dem Ohne Gentechnik – Siegel des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Angeboten wird er vom Discounter Lidl, der sein Eigenmarkensortiment an Lachs-Produkten auf gentechnikfreie Herstellung umgestellt hat oder in den nächsten Woche noch umstellen wird.

„Wir begrüßen es sehr, dass Lidl das Thema ‚Ohne Gentechnik‘ in einer weiteren wichtigen Warengruppe vorantreibt“, sagte Alexander Hissting, Geschäftsführer des VLOG. Immerhin habe Lachs einen Anteil von 15 Prozent am gesamten Fischverzehr der Deutschen. „Wir wünschen uns, dass weitere Lebensmittelhändler dem Beispiel folgen und bei Zuchtfischen ihr Augenmerk auf die Gentechnikfreiheit als wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt legen.“