Europaparlament fordert Moratorium für Gene Drives

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission aufgefordert, sich für ein weltweites Moratorium für Freisetzungen von Gene Drives einzusetzen. Sie begründeten ihren Beschluss mit dem Vorsorgeprinzip und den hohen Risiken, die mit dieser Technologie verbunden sind.

Mit Gene Drives lassen sich Gen-Scheren wie CRISPR/Cas im Erbgut eines Tieres oder einer Pflanze verankern. Dadurch wiederholt sich die gentechnische Veränderung in der nächsten Generation automatisch und kann sich binnen kurzer Zeit in ganzen Populationen ausbreiten. Es gibt bereit konkrete Pläne, Mücken, die Krankheiten wie Malaria übertragen, mit Hilfe von Gene Drives auszurotten.

„Jetzt müssen wir Druck machen, dass die EU-Mitgliedsländer und die EU-Kommission das Gene Drive Moratorium auch beim Treffen der Vereinten Nationen im Herbst auf die internationale Bühne heben“, sagte der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling. Im Oktober treffen sich die Vertragsstaaten derUN-Biodiversitätskonvention in China zu ihrer nächsten Konferenz, der COP 15. Bereits Mitte Mai wird dazu ein Vorbereitungstreffen in Montreal stattfinden und dafür müssen die EU-Mitgliedsstaaten um Ostern herum ihre Verhandlungspositionen festlegen.

Das will die Organisation Save our Seeds nutzen und mit einer Kampagne die Bundesregierung dazu verpflichten, sich für ein Freisetzungsverbot von Gene Drives einzusetzen. In einer Petition fordert Save our Seeds die Regierung auf, „im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 ein europaweites Freisetzungsverbot für Gene Drive Organismen herbeizuführen“. Zudem soll sie „ihre Rolle als Verhandlungsführerin der EU bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz der UN Biodiversitätskonvention im Oktober 2020 dafür nutzen, erste Freisetzungen von Gene Drive Organismen in die Natur zu verhindern“.

Schon vor zwei Jahren, auf der COP 14, hatte ein breites Bündnis an Organisationen versucht, ein Moratorium in den Regeln der Konvention zu verankern. Damals scheiterten sie an der pro Gene Drive Lobby, die unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation unterstützt wurde – ebenso wie das Projekt Target Malaria, das Gene Drive Moskitos in Westafrika freisetzen will. Es wurden lediglich einige Regeln für den Umgang mit Gene Drives in die Konvention aufgenommen, die sehr viel Platz für Interpretationen lassen.