In der Schweiz werden immer noch Gentech-Pflanzen freigesetzt

Wissenschaftler des Instituts für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich werden in diesem Frühjahr gentechnisch veränderten (gv) Mais und Gerste aussäen. Sie haben den Pflanzen das Gen Lr 34 aus Weizen eingefügt, um sie gegen mehrere Pilzkrankheiten resistent zu machen. Angebaut werden die Pflanzen auf den speziell gesicherten Versuchsfeldern der Forschungsanstalt Agroscope im zürcherischen Reckenholz. Den Versuchsanbau der gv-Gerste hatte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) bereits im letzten Sommer genehmigt. Beim gv-Mais dauerte das Verfahren etwas länger. Imkerverbände hatten eingewandt, dass der Pollen des Maises ihren Honig verunreinigen könnte und dieser dadurch unverkäuflich würde. Das BAFU entschied daraufhin, dass die Blütenstände des Maises in allen drei Versuchsjahren entfernt werden müssen, so dass sich kein Pollen entwickeln kann.

Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) kritisiert, dass die Schweizer Landwirtschaft von derartigen Versuchen nicht profitiere. „Weder die für den Versuch gewählte Modellsorte noch ein Teil der zu testenden Pilzkrankheiten sind relevant für die Schweiz“, schreibt die SAG. Zudem sei in Europa die Akzeptanz von gv-Pflanzen gering und ihr Marktpotenzial sehr niedrig. „Von den Ergebnissen profitiert daher nicht die Allgemeinheit, sondern hauptsächlich das gesuchstellende Forschungsteam und seine Partner, die ein Patent auf das bei dem Versuch verwendete Gen besitzen.“ Der Betrieb des für die Anbauversuche vorgesehenen Agroscope-Geländes koste den Bund jährlich 750.000 Franken. Diese für den Versuch aufgewendeten Gelder würden sinnvoller in die Förderung nachhaltiger agrarökologischer Ansätze investiert, argumentiert die SAG.

Ausführlich hat die SAG die Versuche in ihrer Stellungnahme zum Bewilligungsgesuch für die Freisetzung von gentechnisch verändertem Mais bzw. von gentechnisch veränderter Gerste (Dezember 2018) bewertet.