USA: Flugerlaubnis für 1,2 Milliarden Gentech-Moskitos erteilt

Das britische Unternehmen Oxitec darf erneut seine umstrittenen Gentech-Moskitos freisetzen. Diesmal hat die US-Umweltbehörde EPA die Erlaubnis für Versuche in Florida und Texas erteilt. Allerdings müssen die beiden Bundesstaaten und die lokalen Behörden noch zustimmen. Ende 2016 war ein erster Versuch am örtlichen Widerstand in Florida gescheitert.

Oxitext will die ausschließlich männlichen Tiere noch in diesem Jahr in Florida und 2021 dann in beiden Bundesstaaten freisetzen, insgesamt auf einer Fläche von 2000 Hektar. Weitere 700 Hektar würden als Kontrollfläche dienen. Die Mücken wurden so verändert, dass deren weibliche Nachkommen absterben und nur die männlichen überleben – die diese Eigenschaft erben und beim nächsten Paarungsakt weitergeben. So will Oxitec die natürliche Population der Stechmücke Aedes aegypti drastisch reduzieren. EPA geht davon aus, „dass dies angesichts der wachsenden Resistenz gegen die derzeitigen Insektizide ein wirksames Instrument zur Bekämpfung der Ausbreitung bestimmter durch Mücken übertragener Krankheiten wie des Zika-Virus sein könnte“.

Aus den von der Behörde veröffentlichten Unterlagen gehen nur wenige Auflagen hervor, darunter ein Mindestabstand der Freisetzungsflächen von Zitrus-Plantagen von 500 Meter. Oxitec wird dazu verpflichtet, wöchentlich nach gentechnisch veränderten Mückenlarven zu suchen. Diese sollen zusätzlich ein Gen tragen, das sie floureszieren lässt, so dass sie einfach zu erkennen sind. Zusätzlich muss Oxitec einmal monatlich 150 nicht floureszierende weibliche Mücken analysieren. Sollte das Unternehmen dabei auf Mücken mit der gentechnischen Veränderung stoßen, muss das Unternehmen den Versuch sofort abbrechen und die Versuchsflächen mt Insektizden besprühen.

Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS) hält ein solches Szenario für durchaus möglich. Jaydee Hanson, politischer Geschäftsführer von CFS wies gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg darauf hin, dass bei Laborversuchen drei bis vier Pozent der von männlichen Gentech-Mücken gezeugten weiblichen Nachkommen nicht wie geplant absterben, sondern überleben. Das könnte dazu führen, „dass sich Hybridmückenarten in der Umwelt etablieren, die veränderte Eigenschaften aufweisen könnten, darunter das Potenzial für eine verstärkte Krankheitsübertragung“, sagte Hanson gegenüber Bloomberg. Auch die britische Organisation GeneWatch UK hatte sich letzten Herbst kritisch mit dem Antrag von Oxitec befasst.