Zuckermais-Saatgut aus den USA war verunreinigt

Ein Saatgut-Firma aus dem US-Staat Idaho hat Saatgut für Zuckermais an einen Saatguthändler in Niedersachsen verkauft. Dieser handelte den für den Verzehr gedachten Mais weiter an Kunden in Deutschland, Ungarn, Belgien, Frankreich, Litauen, Polen, Portugal, Spanien und Russland. Doch die Saatgutpartien waren mit den gentechnisch veränderten Maissorten MON 88017 und MON 89034 sowie einer Kreuzung der beiden (MON88017 x MON89034) verunreinigt. Sie dürfen deshalb innerhalb der EU nicht angebaut werden. Insgesamt umfasste die betroffene Charge der Sorte Sweet Wonder eine Menge von ca. 13 Millionen Samen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Entdeckt hatten die Verunreinigungen die Behörden in Ungarn. Bei den regelmäßigen Stichproben der deutschen Behörden war die Charge nicht aufgefallen. Die Ungarn informierten am 20. Mai das BVL, das die Nachricht an die Bundesländer weitergab. Bisher meldeten Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, dass kleine Mengen Sweet Wonder ausgesät und Jungpflanzen inzwischen vernichtet worden seien. Der Informationsdienst Gentechnik schrieb unter Berufung auf das niedersächsische Umweltministerium, dass die Firma Agri-Saaten die von llinois Foundation Seeds gekaufte, kontaminierte „Sweet Wonder“-Saat an vier Landwirte und Händler in drei deutschen Bundesländern geliefert habe. Inzwischen ist in Medienberichten von insgesamt sechs Bundesländern die Rede: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner sprach von einem „massiven Kontrollversagen“.