Weltweit erstes Nachweisverfahren für gen-editierte Pflanze vorgestellt

Ein Team von Nichtregierungsorganisationen, „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnungsverbänden aus Europa, Neuseeland und den USA sowie Österreichs führender Einzelhändler Spar haben eine öffentlich zugängliche Nachweismethode für die durch Genomeditierung hergestellte herbizid-toleranten Rapssorte Falcon der US-Firma Cibus vorgestellt. Es ist die erste Nachweismethode für eine bereits kommerziell genutzte Pflanze, die durch neue gentechnische Verfahren hergestellt wurde. Das US-Labor, dass für die beteiligten Organisationen das Verfahren entwickelt hatte, stellte es parallel dazu in einer Fachzeitschrift vor.

Durch das neue Verfahren können EU-Mitgliedsländern bei ihren Kontrollen den in der EU nicht zugelassenen Cibus-Raps erstmals aufzuspüren und so verhindern, dass er illegal in die Nahrungs- und Futtermittelkette gelangt. Gleichzeitig beweist das Nachweisverfahren, dass auch Produkte der neuen Gentechnik identifiziert und von ähnlichen, nicht gentechnisch veränderten Produkten unterschieden werden können. Die Methode sei hochempfindlich und spezifisch, schreiben die Initiatoren. „Sie entspricht voll und ganz den EU-Anforderungen für den Nachweis von GVOs. Ihre Validität und Zuverlässigkeit wurde durch das GVO-Analyselabor des Umweltbundesamtes Österreich geprüft und bestätigt.“

Alexander Hissting, Geschäftsführer des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik, nannte die neue Nachweismethode einen „Meilenstein für den Schutz von Verbrauchern, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft in der EU. Wir haben diesen Test entwickelt, weil die Behörden es versäumt haben.“ Franziska Achterberg von Greenpeace Europa sagte: „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr – bestehende Sicherheits- und Kennzeichnungspflichten müssen auch auf diese neuen Gentechnik-Produkte angewendet werden.“ der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner nannte die neue Messmethode „ein Armutszeugnis für Ministerin Klöckner und die EU-Kommission, die dieses dringend benötigte Nachweisverfahren zwei Jahre nach dem EuGH-Urteil nicht zustande gebracht haben.“