Archiv der Kategorie: Allgemein

Gentech-Mais: Herkulex erfüllt seine Aufgaben nicht mehr

Der genmanipulierte Mais Herkulex der Konzerne Dow Chemical und DuPont hat mit zunehmend resistenten Schädlingen zu kämpfen. Dabei produziert der Mais mehrere zwei verschiedene Bt-Toxine, was eine Resistenzbildung erschweren sollte.

Insektenforscher mehrerer US-Universitäten hatten den beiden Konzernen und anderen Saatgutfirmen einen offenen Brief geschrieben. Sie fordern darin, die Auslobung von Gentech-Mais, der das Bt-Protein CryF1 produziert, im Bezug auf den Westlichen Bohnenschneider zu ändern. Von Kontrolle des Schädlings könne keine Rede mehr sein, die Pflanzen seien gegen diesen Schädling, der immer weiter vordringe, wirkungslos. Dabei stützten sich die in der Beratung tätigen Insektenforscher auf die Rückmeldungen zahlreicher Farmer. „CryF1 hat in unseren Staaten versagt“, schreiben sie. Und: „Wir fordern die Saatgutunternehmen auf, die Realität auf den Feldern anzuerkennen“.

Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg berichtete, DuPont habe die Auslobung bei Herkulex bereits geändert. In den Unterlagen für 2017 sei die Effektivität gegen den Westlichen Bohnenschneider von „sehr gut“ auf „bescheiden“ zurückgestuft worden. Bloomberg berichtete auch von anderen resistent gewordenen Schädlingen. Texanische Insektenforscher hatten deshalb vor wenigen Wochen das Ende der Bt-Ära ausgerufen.

 

Den Haag: Monsanto auf der Anklagebank

In der niederländischen Stadt Den Haag fand am vergangenen Wochenende die öffentliche Anhörung für das Internationale Monsanto Tribunal statt. Fünf renommierte internationale Juristen befragten dabei als Richter insgesamt 30 Zeugen. Darunter waren Bauern, Imker, Anwälte, Gesundheitsexperten und Wissenschaftler aus Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika. Sie berichteten von den Schäden, die der Chemie- und Saatgutkonzern Monsanto mit seiner Politik und seinen Produkten bisher anrichtete. Ihre Berichte sind auf der Tribunalwebseite dokumentiert. Der Konzern selbst weigerte sich, teilzunehmen und seine Argumente vorzutragen.

Die Liste von Verbrechen, die Monsanto angelastet wurden, ist lang. Der Konzern produzierte die schädliche Chemikalie PCB und auch das dioxinverseuchte Herbizid 2,4,5-T-Säure, das als Bestandteil von Agent Orange im Vietnamkrieg eingesetzt wurde, Tausende Menschen tötete und heute noch Geburtsschäden und Krebs verursacht. Ebenfalls auf der Liste: das Pestizid Round-up mit dem Wirkstoff Glyphosat und das dazugehörige genmanipulierte Saatgut. Die Selbstmorde indischer Bauern nach Missernten mit gentechnisch veränderter Baumwolle wurden ebenso angeklagt wie die Patentprozesse, mit denen Monsato amerikanische Bauern in den Ruin trieb. Bei dem Tribunal stand jedoch nicht nur Monsanto, sondern das gesamte agroindustrielle System im Fokus – und damit auch die Menschrechte auf Zugang zu sauberem Wasser und gesunder Ernährung, die durch dieses System zunehmend in Frage gestellt werden.

Die fünf Juristen werden ihren Bericht und damit ihre richterliche Entscheidung bis zum 10. Dezember vorlegen, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. Direkte Folgen für Monsanto oder dessen Käufer, den Bayer-Konzern – wird das Urteil des Tribunals nicht haben. Schließlich war es eine symbolische Veranstaltung – bewusst in Den Haag, weil dort der Internationalen Strafgerichtshof sitzt. Bisher müssen sich dort nur Politiker oder Generäle für Verbrechen wie Völkermord verantworten. Nach Auffassung der Organisationen, die das Monsanto Tribunal veranstaltet haben, sollten auch internationale Konzerne für die oft tödlichen Auswirkungen ihrer Produkte und ihrer Geschäftspolitik dort zur Verantwortung gezogen werden.

 

 

Bundesländer kritisieren Opt-out-Gesetzentwurf

Minister aus zehn Bundesländern haben in einem offenen Brief Agrarminister Christian Schmidt vorgeworfen, er habe sich mit dem jetzt vorgelegten Entwurf für eine nationale Opt-out-Regelung nicht an Absprachen gehalten. Sie verlangen, den Entwurf nachzubessern.

In dem Brief heißt es, eine von der Agrarministerkonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene hätte Eckpunkte „für einen Kompromiss zur Umsetzung festgelegt, die auch vom Vertreter Ihres Hauses in der Arbeitsgruppe mitgetragen wurden.“ Diese Eckpunkte seien auch die Grundlage für zustimmende Beschlüsse der Agrar- und Umweltministerkonferenzen in diesem Jahr gewesen. „Gemessen daran, läuft der nun vorgelegte Entwurf dieser Verständigung in ganz wesentlichen Punkten zuwider“, schreiben die Länderminister. Dies gelte etwa für das vorgesehene Einvernehmen zwischen sechs Bundesressorts. Dies werde „ mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass die Phase 1 nicht genutzt und damit das deutsche Hoheitsgebiet nicht durch den Antragsteller vom GVO-Anbau ausgenommen wird.“ Ersatzlos entfallen sei auch die „aktive Prüfung des Bundes, ob und inwieweit auf Bundesebene die Voraussetzungen für ein rechtlich und fachlich tragfähiges Verbot vorliegen. Damit würde die Begründungslast für die Untersagung wieder auf die Länder verlagert.

Das Fazit der Länderminister: „Mit der vorgesehenen Regelung ist zu erwarten, dass es kein bundeseinheitliches Anbauverbot geben wird, wie es die Länder und der Bundesrat gefordert haben. Damit ist eine einvernehmliche Regelung für ein GVO-Anbauverbot zwischen Bund und Ländern wieder in weite Ferne gerückt.“ Denn die Gesetzesänderung braucht die Zustimmung des Bundesrates.

Kritik gab es auch von Bio- und Umweltverbänden, etwa von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und dem BUND. BUND-Vorstand Hubert Weiger sagte: „Mit einer extrem knappen Frist und dem absehbaren Veto des traditionell gentechnikfreundlichen Forschungsministeriums wird jedes nationale Anbauverbot unmöglich gemacht.“

Wie es nun weitergeht, steht auf der Themenseite des Ministeriums: „Länder und Verbände haben den Entwurf zur Stellungnahme erhalten. Nach Eingang und Auswertung der Stellungnahmen ist die Befassung des Kabinetts vorgesehen. Dabei können sich im Entwurf insbesondere aufgrund der Anhörung noch Änderungen ergeben.“

 

 

Bt-Pflanzen in den USA: Die Resistenzen nehmen zu

Gentechnisch veränderte Bt-Pflanzen produzieren selbst insektengiftige Proteine. Doch die Schädlinge, die sie damit abhalten sollen, werden zunehmend resistent, berichten US-Wissenschaftler und rufen das Ende der Bt-Ära aus.

2016 sei ein herausforderndes Jahr für Bt-Pflanzen gewesen, schreibt das auf Schadinsekten spezialisierte Texas A&M AgriLife Research Center in seinem Newsletter. „Der Baumwollkapselbohrer verursachte ungewöhnlich hohe Schäden in vielen Feldern mit Bt-Baumwolle, und die schädliche Maiseule (ebenfalls ein Kapselbohrer) verursachte beträchtliche Schäden im Mais von Texas bis Kansas.“ Der Westliche Bohnenschneider hatte sich über Felder im Mittelwesten der USA und in Kanada hergemacht, deren Maispflanzen das Bt-Toxin Cry1F produzierten, dass bisher noch gegen den Schädling geholfen hatte. Auch vom Herbstheerwurm sei bekannt, dass er in Teilen des Landes gegen Mais mit CryF1 resistent sei. „Der Maiswurzelbohrer ist resistent gegen Toxine die ihn einst gut kontrollierten.“

Warum nehmen die Resistenzen zu, fragten sich die texanischen Insektenforscher und geben folgende Antwort: Die großen Saatgutkonzerne haben Bt-Pflanzen entwickelt, die leicht unterschiedliche Bt-Toxine produzierten, etwa Cry3Bb1, Cry3a oder eben CryF1. Als erste Resistenzen auftauchten, lizensierten die Konzerne sich gegenseitig ihre Bt-Manipulationen und entwickelten Stacked Traits, das sind Pflanzen, die mehrere verschiedene Bt-Toxine produzieren. Doch diese funktionierten nicht lange, weil sich die Proteine ähneln und einmal resistente Schädlinge sich leicht an das nächste Cry-Protein anpassen. Schon hätten Wissenschaftler der Universität Iowa Maiswurzelbohrer gefunden, die gegen drei verschiedene Bt-Toxine resistent sind, berichtet der Nachrichtendienst AgFax.

Die Wissenschaftler des Texas A&M AgriLife Research Centers sehen keinen Ausweg, auch wenn gerade ein neues Cry-Protein mit dem Kürzel Vip3a gehypt werde und sich in allen neuen Stacked Traits finde. „Cry-Toxine hatte ihre Berechtigung und sie werden noch eine ganze Weile angewendet werden, aber die Ära der Cry-Toxine scheint dem Ende zuzugehen“, schließt der Artikel.

 

 

 

Nationaler Opt-out wird bürokratisiert. Sechs Ministerien sollen zustimmen müssen

Die beteiligten Bundesministerien haben sich auf einen Kompromiss verständigt, mit dem die Brüsseler Opt-out-Regelung in nationales Recht umgesetzt werden soll. Der zwischen den Ressorts abgestimmte Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes soll am 2. November vom Bundeskabinett beschlossen werden, meldete das Portal Proplanta.

Der Entwurf sieht demnach vor, dass die Bundesrepublik dann einen Opt-out-Antrag stellen kann, wenn die Bundesministerien für Forschung, Wirtschaft, Arbeit und Soziales, Gesundheit sowie Umwelt einverstanden sind und die Antragstellung von einer Mehrheit der Bundesländer mitgetragen wird. Falls der Antrag abgelehnt wird soll die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates ein nationales Anbauverbot beschließen können. Als zwingende Gründe dafür nennt der Entwurf umweltpolitische Ziele, die Verhinderung von Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen und die Verhütung von „erheblichen Nachteilen für die Allgemeinheit“. Die Bundesländer könnten parallel dazu den Anbau auf ihrem Hoheitsgebiet verbieten und dabei zusätzliche Gründe wie die Stadt- und Raumordnung oder die Bodennutzung mit anführen.

Der Bio-Dachverband BÖLW kritisierte das vorgeschlagene umständliche Verfahren: „Sechs Bundesministerien sollen laut Entwurf jede Opt-out-Entscheidung einstimmig beschließen müssen. Dass das innerhalb der engen Fristen des EU-Rechts funktioniert, ist ziemlich unrealistisch. Zwei Jahre Ressortabstimmung haben allein Landwirtschafts- und Umweltministerium gebraucht, um sich endlich auf einen Gesetzentwurf für Gentechnik-Anbauverbote zu einigen. Völlig unverständlich ist, warum künftig das Forschungsministerium über Anbauentscheidungen zur kommerziellen Nutzung mitentscheiden soll“, kommentierte der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. „So wie dieses Verfahren organisiert werden soll, sind es am Ende die Bundesländer, die Gentechnik auf ihre Flächen verbieten müssen. Das wäre die schlechteste aller Lösungen, denn damit ist ein Flickenteppich vorprogrammiert“, befürchtet Löwenstein und forderte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt und Umweltministerin Barbara Hendricks auf, „wasserdichte und bundesweite Gentechnik-Anbauverbote“ zu ermöglichen.

 

 

EuGH wird über neue gentechnische Verfahren entscheiden

Die Frage, ob neue gentechnische Verfahren wie CRISPR/Cas unter das EU-Gentechnikrecht fallen, wird vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) entschieden werden. Der französische Staatsgerichtshof hat dem EuGH diese Frage zur Beantwortung vorgelegt. Mit einer Entscheidung ist in etwa eineinhalb Jahren zu rechnen.

In Frankreich hatten mehrere Organisationen gegen einen Passus im dortigen Umweltgesetz geklagt. Dieser nimmt Pflanzensorten, die durch Mutation entstanden sind, grundsätzlich vom Gentechnikrecht aus – auch wenn die Mutation mit Hilfe gentechnologischer Methoden ausgelöst wurde, wie das bei CRISPR/Cas, ODM, TALEN und anderen Verfahren der Fall ist. Der französische Staatsgerichtshof will nun wissen, ob diese Regelung dem europäischen Recht widerspricht oder nicht und hat dem EuGH vier Fragen gestellt. Die Franzosen wollen grundsätzlich geklärt haben ob diese, von ihren Befürwortern gerne als „neuartige Züchtungsmethoden“ bezeichneten, Verfahren dem Gentechnikrecht und den darin vorgesehenen Vorsorgemaßnahmen und Folgenabschätzungen unterworfen sind. Dabei listen sie alle Verfahren auf, die zielgerichtet mit verschiedenen gentechnischen Methoden Mutationen im Erbgut hervorrufen. Sollte der EuGH der Meinung sein, dass diese Verfahren nicht dem EU-Gentechnikrecht unterliegen, dann möchten die französischen Richter wissen, ob ein einzelner Mitgliedsstaat eigene Regeln für den Umgang mit diesen Pflanzen erlassen dürfte. Ein besonderes Augenmerk soll der EuGH auf Bitten der Franzosen auf das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip richten. Wie sollen Vorsorgemaßnahmen, Risikoabschätzung und Rückverfolgbarkeit bei diesen neuen technologischen Verfahren gewährleistet werden, wenn die zielgerichteten Mutationen nicht unter das EU-Gentechnikrecht fallen?

Mit dieser Vorlage an den EuGH hat das oberste französische Verwaltungsgericht die EU-Kommission überholt. Diese hatte bereits für Anfang 2016 versprochen, ihre Sicht der Dinge darzulegen, hat es aber bis heute nicht geschafft klarzustellen, wann und unter welchen Umständen durch gentechnische Verfahren ausgelöste zielgerichtete Mutationen unter das Gentechnikrecht fallen. Angesichts des nun anhängigen Verfahrens werden EU-Kommission und Mitgliedsstaaten voraussichtlich abwarten, was der EuGH entscheidet und nicht vorab Festlegungen treffen, die sie womöglich ein Jahr später wieder einkassieren müssten.

 

EU-Kommission will drei Sorten Gentech-Mais für den Anbau zulassen

Die EU-Kommission will die zwei Gentech-Mais Sorten 1507 von DuPont und Bt11 von Syngenta für den Anbau in der EU zulassen. Zudem soll die Zulassung für den bisher angebauten Mais MON 810 erneuert werden. Das meldete das Info-Portal GMWatch und verwies auf geleakte Beschlussvorlagen. Entscheiden sollen die EU-Mitgliedsstaaten demnach am 16. November, verhandelt wird bereits seit Juli. Relevant wäre eine solche Zulassung nur für die neun EU-Staaten und drei Regionen, die nicht schon vorab im Zuge der Opt-out-Regelung dem Anbau widersprochen haben.

Die beiden Sorten 1507 und Bt 11 sind laut GMWatch veraltete Sorten, die für die Saatgutkonzernen gar nicht mehr interessant sind. Sie sind gegen das Bayer-Herbizid Glufosinat resistent, das als fortpflanzungsschädigend gilt, in der EU deshalb seit 2013 nur noch beschränkt eingesetzt werden darf und dessen EU-Zulassung 2017 ausläuft. „Es sieht danach aus als sollten die Zulassungen als Türöffner für andere Gentech-Pflanzen dienen“, vermutet GMWatch. Denn die anstehende Zulassung wäre der Prüfstein dafür, ob die gentechnikkritischen Mitgliedsstaaten nun im Gegenzug für die Opt-out-Regelung Anbauzulassungen für die Gentechnik-Befürworter wie Spanien oder England durchwinken.

Kein Problem mit dem Anbau hat wie immer die EU-Lebensmittelbehörde EFSA. Sie hat in einer Stellungnahme bestritten, dass durch den Anbau von Gentech-Mais in Spanien neue Superunkräuter drohen. In dem einzigen europäischen Land, in dem in großem Stil Gentech-Mais angebaut wird, hat sich in den letzten Jahren die Teosinte ausgebreitet. Sie eine Urform des Maises und kann deshalb mit Kulturmais Kreuzungen bilden. Deshalb ist das Risiko vorhanden, dass sich Herbizidresistenzen in den Teosinte-Beständen ausbreiten. „Die Stellungnahme der EFSA basiert auf Annahmen, die keineswegs die wahre Dimension der Risiken zeigen“, kritisiert Christoph Then von der Organisation Testbiotech. „Die Risikobewertung darf auf keinen Fall abgeschlossen werden, bevor weitere Untersuchungen durchgeführt wurden“, fordert er. Das würde auch die Anbauzulassungen verzögern.

 

Monsanto kauft sich bei CRISPR/Cas ein

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat eine weltweite nicht-exklusive Lizenzvereinbarung mit dem Broad Institute der Universitäten MIT und Harvard abgeschlossen. Es erlaubt dem Konzern, die von diesem Institut entwickelten CRISPR/Cas-Verfahren für landwirtschaftliche Produkte einzusetzen. Das Institut zählt zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen in diesem Bereich und hält zahlreiche Patente. Bisher hatte es deren Nutzung vor allem anderen Universitäten und Non-Profit-Organisationen ermöglicht.

Mit CRISPR/Cas lassen sich durch gezielte Mutationen neue, auch synthetisch hergestellte, Erbgut-Informationen ins Erbgut einschleusen. Monsanto wolle die CRISPR-Technik verwenden, um insbesondere bei Mais und Soja ertragreichere und krankheits- sowie dürreresistente Sorten herzustellen, zitierte das Wissenschaftsmagazin New Scientist den Biotechnologie-Chef von Monsanto. Es sei das erste Mal, dass das Forschungsinstitut eine Lizenz für die kommerzielle landwirtschaftliche Nutzung seiner Erkenntnisse erteilt habe, schrieb das Magazin. Bisher habe es solche Vereinbarungen nur im medizinischen Bereich gegeben.

Das Fachportal STAT berichtete, dass die Vereinbarung zwei Einschränkungen enthalte. Monsanto dürfe die CRISPR/Cas-Technik nicht verwenden, um sterile Pflanzen (Terminator-Gen) zu züchten oder so genannte Gene-Drive-Systeme herzustellen. Laut STAT arbeiten auch andere Konzerne wie Dupont an der Manipulation von Getreide durch Gene Editing, unterstützt durch andere Forschungseinrichtungen und Biotechnologiefirmen. Beflügelt würde die Entwicklung dadurch, dass in den USA derart veränderte Pflanzen nicht unter das Gentechnikrecht fallen. In der EU steht eine Entscheidung darüber noch aus.

 

Raps-Saatgut in Deutschland ist weiterhin gentechnikfrei

Die zuständigen Behörden der Bundesländer konnten bei ihrer Überwachung des Raps-Saatgutes zum vierten Mal in Folge keine Verunreinigungen feststellen. Das meldeten Bioland und Greenpeace, die regelmäßig die Ergebnisse der Überwachung abfragen.

In diesem Jahr hatten die Behörden insgesamt 301 Saatgutproben untersucht, rechtzeitig bevor der Raps jetzt im Herbst ausgesät wird. „Das Monitoring der Länder bewährt sich als Kontrollinstrument für die Saatguthersteller. Es freut uns, dass Raps-Saatgut in Deutschland frei von Gentechnik ist“, sagte Jan Plagge, Präsident von Bioland. Doch dieser Erfolg stehe durch die bevorstehende Fusion von Bayer und Monsanto auf dem Spiel, sorgte sich Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace: „Es ist absehbar, dass der Lobby-Druck der Gentechnikindustrie auf die europäische Politik steigen wird. Konzerne wie Bayer werden versuchen, die Nulltoleranz für Saatgutverunreinigungen aufzuweichen und neue Gentechnik-Methoden ohne Regulierung einzuführen.“ Gemeint sind damit Methoden wie CRISPR/Cas und ODM, bei denen in der EU immer noch nicht klar ist, ob damit manipulierte Pflanzen unter das Gentechnikrecht fallen.

Ein Beispiel dafür ist der nach dem Hersteller-Unternehmen benannte herbizidresistente Cibus-Raps. In den USA und Kanada ist er als konventionelle Sorte zugelassen und könnte auch ohne jede Kennzeichnung den Weg in deutsche Regale finden. In Deutschland haben gentechnik-kritischen Organisationen gegen eine geplante Zulassung geklagt und damit den Anbau auf deutsche Feldern erst einmal blockiert.

 

Mal wieder: Studie belegt erhöhten Pestizideinsatz durch Gentechnik

US-Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Einsatz von Gentechnik-Pflanzen in den USA auch den Verbrauch an Herbiziden hat steigen lassen. Dazu werteten die Forscher die genauen Verbrauchsdaten von 10.000 US-Farmern für die Jahre 1998 bis 2011 aus. Die Hälfte von ihnen baute Mais an, die andere Hälfte Soja.

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich, dass die Soja-Farmer, die Gentechnik-Pflanzen anbauten, anfangs weniger Herbizide spritzten, später jedoch immer mehr und zudem verschiedene Unkrautvernichter einsetzten, so dass sie schließlich 28 Prozent mehr spritzten als Bauern mit gentechnikfreiem Soja. Beim Mais lag die eingesetzte Menge auf Gentech-Feldern noch 1,3 Prozent unter den Vergleichswerten gentechnikfreier Flächen. Die Wissenschaftler erklärten die Herbizidzunahme mit der Bekämpfung von resistenten Unkräutern. Sie merkten an, dass sich der Effekt bei den Maisbauern noch nicht zeigte, da diese im Schnitt deutlich später auf Gentech-Saatgut umgestellt hätten als ihre Soja anbauenden Kollegen. Doch auch beim Mais sei der Herbizideinsatz in den letzten fünf Jahren der Zeitreihe stetig gewachsen. Professor Federico Ciliberto, einer der Autoren der Studie, erklärte, er sei überrascht von dem Ausmaß, in dem der Herbizideinsatz gestiegen sei und besorgt über dessen Umweltauswirkungen. „Ich hatte nicht erwartet, so ein deutliches Muster zu finden.”

Farmer, die gentechnisch veränderten Bt-Mais aussäten, brauchten 11 Prozent weniger Insektizide als gentechnikfrei wirtschaftende Betriebe – wobei das von den Pflanzen gebildete Bt-Toxin nicht in die Rechnung einging. Allerdings endet die analysierte Zeitreihe 2011. Bt-resistente Schädlinge tauchten erst danach in den Maisäckern auf. Insgesamt bestätigt diese Studie auf der Ebene der Farmen die Arbeiten von Charles Benbrook, der die amtliche Statistik des US-Agrarministeriums ausgewertet hatte und ebenfalls einen steigenden Einsatz von Pestiziden nachweisen konnte.